Tierfutter vom Spezialisten

Warum Frischfleisch?

Wir können es nicht besser sagen als Tierärztin Dr. Vera Biber in Ihrem Artikel der Zeitschrift Wild und Hund vom Mai/2008:

Hunde sind keine Vegetarier

  

Auf Seminaren, Vorträgen und Workshops taucht immer wieder dieselbe Frage auf: „Welches Futter empfehlen Sie?“ Viele Hundebesitzer sind verzweifelt, weil sie schon so viele Hundefuttermarken ausprobiert haben – mit mehr oder weniger Erfolg. Verdauungsstörungen und Allergien machen heutzutage über die Hälfte der beim Tierarzt vorgestellten Hunde aus. Die Hundehalter erwarten ein Patentrezept.
Dieser Anspruch lässt sich allerdings nicht in zwei Sätzen erfüllen, zumal er gleich weitere Fragen aufwirft: „Welche Fütterung halten Sie als naturheilkundlich denkende Tierärztin für die gesündeste?“ „Kann ich der Diktatur der Dose noch entkommen und wenn, wie?“ und „Wie führe ich eine Darmsanierung durch, wenn mein Hund schon unter chronischen Magen-Darm-Störungen leidet?“ Meist wird hier schon die falsche Frage gestellt, nämlich: „Was hat mein Hund denn?“ Die Frage müsste aber heißen: „Was fehlt ihm?“

Bei vielen Krankheiten hilft eine an das Individuum angepasste Rohfütterung, die seiner Art gerecht wird. Ein immer größerer Teil unserer Hunde leidet heute nicht nur an Futterunverträglichkeiten mit Blähungen, Aufstoßen, Durchfall, Erbrechen oder Appetitlosigkeit (29%), sondern auch an chronischen Hautproblemen (31%), Übergewicht (29%), Zahnproblemen (32%) oder Gelenkerkrankungen (24%). Verhaltensstörungen gehen in diese Statistik überhaupt nicht ein.

Nur die wenigsten Tierärzte wissen nämlich etwas über die Zusammenhänge dieser Beschwerden mit der Ernährung des Hundes. Rückschlüsse auf Schwererziehbarkeit oder mangelnde Stubenreinheit werden gar nicht erst hergestellt. Deshalb erwarten Sie bitte keine Begeisterung Ihres Haustierarztes für eine neue Fütterungsmethode! Er wird Sie eher warnen und zum Diätfutter raten. Ich sage nicht, dass dieses nicht hilft, aber es ist auf die Dauer zu teuer und behebt die eigentliche Ursache nicht.
Zu Risiken und Nebenwirkungen von Industriekost fragen Sie lieber nicht Ihren Tierarzt, denn er kennt sie vermutlich nicht. Ernährungsthemen werden in Fortbildungen eher wenig besucht und vielfach von Herstellern mit ökonomischem Tunnelblick abgehalten.
Wer wissen will, wie er seinen Hund und dessen Verdauung gesund erhalten kann, der kommt nicht umhin, sich mit seiner Ernährung intensiver zu beschäftigen. Wichtig ist eine Darmsanierung für alle Hunde und auch Welpen, die Probleme mit Fertigfutter haben. In diesem Zusammenhang muss der Begriff „Barfen“ erklärt werden. Barfen heißt: „Biologisch, artgerecht, roh füttern“.

Was wäre eine falsche Fütterung, die auf Dauer zu Darmproblemen und Entwicklungsstörungen führt?

Falsche Menge: Die Menge ist richtig, wenn ein erwachsener Hund bei einmaliger Fütterung am Tag soeben einen kleinen Rest in der Schüssel lässt. Seine Rippen sollen tast-, aber nicht sichtbar sein. Kleine Rassen sind oft überernährt, Riesenrassen zuweilen unterernährt. Als Anhaltspunkt gilt folgendes Beispiel: Ein Wolf in der Größe eines Schäferhundes frisst in der freien Natur im Durchschnitt an einem Tag 1,5 bis 4 kg Fleisch und Fleischnebenprodukte. Wobei Isegrimm nicht täglich an Nahrung gelangt. Unser Hund benötigt für sein Überleben genauso wenig Getreide wie ein Wolf. Dieser jagt sicher keine Maiskolben.

Falsche Temperatur: Körperwarm bzw. Zimmertemperatur sollte die bevorzugte Servierweise sein. Vermeiden Sie Mikrowelle.

Ungünstige Zusammensetzung: Hier kommen wir schon zur zentralen Frage, was die Gesunderhaltung nicht nur des Darmes, sondern des gesamten Hundeorganismus ausmacht.

Was sollte vollwertiges Futter für den Hund beinhalten?

Jedem ist geläufig, dass eine ausgewogene Nahrung folgende Bestandteile enthalten sollte:

  • Wenig Kohlehydrate
  • Proteine
  • Fette
  • Vitamine
  • Makronährstoffe
  • Spurenelemente

Weniger bekannt sind weitere Vitalstoffe:

  • Ballaststoffe
  • Ultraspurenelemente
  • Sekundäre Inhaltsstoffe
  • Enzyme
  • Lebende Bakterien
  • Zellgebundenes Wasser
  • Biophotonen

Ich definiere Vitalstoffe als sämtliche Begleitstoffe natürlicher Nahrung mit einem lebendigen Anteil in der von der Natur vorgegebenen unverfälschten Zusammensetzung.

Die geläufigen Inhaltsstoffe der ersten Aufzählung sind leicht zu bewerkstelligen: Man unterscheidet dabei zwischen Kohlehydrat-Trägern wie Getreide, Flocken, Reis, Mais etc. und Protein-Trägern wie Fleisch, Innereien, Fisch, Milchprodukte. Beide Komponenten gibt man menüweise im Verhältnis ein Drittel zu zwei Dritteln. Beim Hund gibt es keinen Mangel an Kohlehydraten. Auch nicht, wenn es noch so oft in Broschüren steht, die für Fertigfutter werben, die wiederum so gut wie alle auf Getreidegrundlage hergestellt werden. Wildlebende Karnivoren nehmen Getreide nur in minimaler Menge vorverdaut beispielsweise in Kröpfen von Vögeln und Mägen von Nagern auf.
Deshalb müssen einzig und allein diese Kohlehydratträger gegebenenfalls für den Haushund gekocht, überbrüht, gepoppt oder wenigstens gut zerkleinert oder eingeweicht werden. So wird der Nährwert für Fleischfresser erst verfügbar gemacht. Andernfalls scheidet sie der Vierläufer unverdaut wieder aus. Kohlehydrate sind im Grunde nur Sattmacher. Das verwendete Fleisch sollte einen Fettanteil aufweisen. Ansonsten wird etwas Schmalz, Pflanzenöl, Hühnerfett oder Fischöl zugefügt. Im Fleisch von Wildtieren befinden sich übrigens Fette mit mehr ungesättigten Fettsäuren als in dem domestizierter Tiere. Fette sind für Hunde lebenswichtig. Sie sind zu 95% verdaulich.

Gemüse, Obst oder Kräuter eignen sich, um den Hund mit Vitaminen zu versorgen. Pürieren Sie die Dinge roh. Einige Esslöffel, das soll etwa 10% bis 30% der Ration sein, mischen Sie unter die vorher genannten Komponenten. Sie dienen als Ersatz für die vorverdauten Pflanzen im Magen eines Beutetieres. Das Zerkleinern ist wichtig, weil der Hund als Fleischfresser im Vergleich zum Pflanzenfresser nur einen kurzen Darm und damit eingeschränkte Kontaktzeit hat, um Vitamine aufzuschlüssseln. Auch seine Fresswerkzeuge sind nicht für ausgiebiges Kauen ausgerichtet. Es liegt im Gegenteil immer noch in der Natur des Hundes, dass er schlingt. Er muss schnell konsumieren, da sonst nicht nur Rudelmitglieder, sondern sogar artfremde Konkurrenten wie Kojoten, Füchse oder Greifvögel – beim heutigen Hund wohl eher die Hauskatze – ihm seine Nahrung streitig machen.

Wenn Sie an grünen, ungewaschenen Pansen oder Blättermagen kommen können - egal von welchem Tier – ist das selbstverständlich eine viel artgerechtere Form der Vitaminzuführung.

Wenn Sie alles frisch verfüttern und die Zutaten ein wenig abwechseln, haben Sie nicht nur die Vitamine, sondern auch bereits gewisse Mineralstoffe und Enzyme zugefügt. Alle diese Stoffe unterstützen und benötigen sich gegenseitig. Und sie brauchen bestimmt keine Vitaminpillen zu kaufen. Ersetzen Sie lieber die Vielfalt der Apotheke durch den Variantenreichtum der Natur! Vitamin-Mineral-Zusätze machen den Vorteil des komplexen Zusammenwirkens jedes gesunden Futters zunichte. Ihr Geldbeutel und Ihr Hund werden es Ihnen danken.

Ballaststoffe sind in unverdaulichen Fleischnebenprodukten und im Gemüse enthalten. Frische Wildkräuter oder solche aus dem eigenen Garten sind besser als Kräuterpillen. Wildkräuter haben eine doppelt so hohe Lichtausstrahlung von Biophotonen wie Biokräuter. Biophotonen sind winzige Lichtteilchen, durch die lebendige Zellen Informationen austauschen.
Natürliche Geruchs- und Geschmacksstoffe sind sekundäre Inhaltsstoffe, die als Appetitstimulanzien und sinnliche Unterscheidungsmerkmale wichtig sind. Immer der Nase nach! Aber die Nase trügt, denn es spielen heutzutage immer mehr künstliche Aromastoffe im Fertigfutter eine Rolle, die die sensiblen Geschmacksnerven mit der Zeit einseitig programmieren. Da sie hundertfach stärker wirken als natürliche, manipulieren sie nach und nach die Geschmacksvorlieben des Tieres im Sinne des Herstellers: Glutamat, Außen-Befettung von Kroketten, die innen gar kein Fett mehr haben, künstliche Eiweißstoffe, Zucker, Sojasauce, Süßstoffe, Zitronensäure, Aromastoffe vielfältiger Art. Das kann ein Grund sein, warum Hunde anfänglich Frischfutter ablehnen.

Einen wichtigen Teil in der gesunden Ernährung für alle Tiere stellen die völlig vernachlässigten Enzyme dar. Das sind Eiweißmoleküle aus lebenden Zellen, und nur aus diesen. Auch verfaulendes Fleisch ist enzymatisch aktiv, es kommt auf die Lebendigkeit auf Zellebene an. Man kann Enzyme in kein einziges Fertigfutter einbauen, weil sie durch Erhitzung zerstört werden.
Fehlende Enzyme sind ein ganz wesentlicher Mangel jeglichen Fertigfutters. Durch Erhitzen ist es enzymatisch tot. Enzymleere Nahrung verlangt vom Körper eine hohe, auf Dauer zu hohe und krankmachende Verdauungsarbeit. Deshalb muss auch hocherhitztes Fertigfutter viel länger im Darm verbleiben als rohes, nämlich etwa dreimal so lang. Hochverarbeitete Nahrung ruft außerdem Abwehrzellen auf den Plan, weil trotz tausenden von Generationen der Haustierwerdung es der Organismus immer noch nicht als natürlich ansieht, dass irgendwelche zugeführten Nahrungsstoffe solch hohen Temperaturen ausgesetzt wurden. Kein einziges Wildtier auf diesem Globus nimmt seine Nahrung gekocht, gebraten, pasteurisiert oder sterilisiert in Dosen zu sich!

In rohem Fleisch und Innereien sind fast alle wichtigen Enzyme vertreten. Deren Aktivität bleibt beim Einfrieren erhalten, lässt nach dem Auftauen aber schnell nach.
Der Vorbehalt, insbesondere älteres Fleisch sei schwer verdaulich, ist unbegründet: Hunde verfügen über einen Magensaft von solcher Schärfe, dass ihnen Leichengifte, die aus der bakteriell-enzymatischen Zersetzung des Fleisches hervorgehen, nichts ausmachen – beste Gesundheit vorausgesetzt.
Die Wichtigkeit positiver Bakterien wird ebenfalls unterschätzt, weil die Schulmedizin lange dem Irrtum unterlag, eine möglichst sterile Umgebung und keimfreie Nahrung würden vor Krankheiten schützen. Durch Erhitzen werden Toxine nicht entfernt. In der Natur fressen Beutemacher zwar schwache oder kranke Tiere, aber keine durch Chemie belasteten. Diese Giftstoffe können unphysiologische Floraverschiebungen im Darm hervorrufen, die alkoholähnliche Wirkungen auf den Gehirnstoffwechsel haben und dann hyperaktive Verhaltensweisen, mangelhafte Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit, ja sogar verminderte Stubenreinheit durch Mangel an Körpergefühl provozieren.

Das erste Lebensjahr ist futterprägend. Aber eine Futterumstellung hilft auch zu einem späteren Zeitpunkt bei Hyperaktivität, Schwererziehbarkeit sowie mangelnder Stubenreinheit aufgrund allergischer Ursachen. Sie verbessert zudem die Symptome bei Problemen der Bauchspeicheldrüse, bei Verdauungsbeschwerden, Übergewicht, Harnwegsproblemen, Altersrheuma und sogar Hüftgelenksdysplasie. Keinesfalls macht eine Umstellung auf rohes Futter die Hunde aggressiver. Im Gegenteil, sie kämpfen weniger miteinander, zerstören weniger, sind ausgeglichener und geselliger.

Fasten ist für viele Säugetiere jahreszeitlich normal. Bei Wölfen wechselt Überfressen mit Fasten ab. Die kontinuierliche Aufnahme von Trockenfutter, weil es permanent zur Verfügung steht, ist deshalb als nicht naturgemäß abzulehnen. Die angeborene Appetitsteuerung funktioniert nur bei vielfältigem bedarfsgerechtem Angebot.
Bei den Tieren, bei denen Fasten nicht angezeigt ist oder die anfangs Rohes, insbesondere Gemüse nicht akzeptieren, sollte man die gewohnte Nahrung langsam zunehmend mit allen Komponenten in Breiform vermischen. Menge und Art sind dabei abhängig von der Verträglichkeit. Im Allgemeinen gilt, dass die Zumischung langsam gesteigert werden sollte. Der Darm und seine Bakterien und Enzyme brauchen Zeit, sich umzustellen. Bei noch gesunden Hunden geht das in wenigen Tagen ohne große Probleme.
Haben Sie Ihren Hund erfolgreich auf die beschriebene Gesundnahrung umgestellt, werden Sie merken, dass er eine störungsfreie Verdauung und ganz von allein ein glänzendes Fell bekommt. Darüber hinaus wird sich auch so manches Problem der Haut, der Harnwege, der Gelenke oder sogar des Verhaltens von selbst erledigen.
Es gibt ein sehr einleuchtendes Beispiel für diese Art der Fütterung: Schlittenhunde in Grönland, die nur rohen Fisch und Robbeninnereien bekommen, sind abgehärtet, leistungsstark und kennen keine Allergien.